Zaschendorf in Mecklenburg - Vorpommern

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Holzwurmbekämpfung dringendste Aufgabe

Dachboden in Zaschendorfer Fachwerkkirche leer geräumt 

Mitte Juni hatte sich in Zaschendorf ein Förderverein "Fachwerkkirche Zaschendorf" gegründet. Die 14 Gründungsmitglieder sind sich einig: Das Gotteshaus, wohl um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden, muss als Kulturerbe auch für die Nachwelt erhalten bleiben. Um das zu schaffen, braucht es vor allem Geld und Tatkraft. Letzteres können die Vereinsmitglieder selbst einbringen. So wurde in einem Großeinsatz der Dachboden beräumt und sämtliches Kirchengestühl nach unten gebracht, berichtet Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Günter Kuntze. Was erhaltenswert ist, soll im Torhaus zwischengelagert werden. Damit greift der Vereinsvorstand gern auf ein Angebot der Vereinsmitglieder Thomas und Susanne Stüwe zurück, die das benachbarte Torhaus gekauft haben. Ein Teil der Brüstung soll allerdings als Schaustück in der Kirche stehen bleiben. Inzwischen wurde auch der nun leer geräumte Dachboden gesäubert. "Drei Eimer voller Maderkot haben wir dabei zusammenbekommen", weiß Friedrich Ritz, der diese Arbeit gemeinsam mit Peter Zydek übernommen hatte. Und damit haben beide auch die Gewissheit, dass der Marder sich immer noch im Gebäude aufhält. Als dringende Aufgabe steht nun die Bekämpfung des Holzwurmes an. Während dies bei den Bohlen noch relativ einfach sein dürfte "wissen wir bei den Balken nicht, wie es mit der Tragfähigkeit ist. Zudem wollen wir natürlich unbedingt die Malerei erhalten", macht Prof. Kuntze deutlich. Ein wenig Geld steht für die Bekämpfung des Holzwurmes zu Verfügung, denn seit mehreren Jahren ist die Kollekte in der Zaschendorfer Kirche dafür zweckbestimmt. Doch der dabei eingenommene Betrag reicht längst nicht aus, weiß der Verein und hofft, vielleicht auch den einen oder anderen Sponsor zu finden. Denn erst wenn das Holz vor weiterem Befall geschützt ist, macht es Sinn, sich um das einstige Inventar der Kirche zu kümmern und es nach Zaschendorf zurückzuholen. Beispielsweise den spätgotischen Flügelaltar aus der Zeit um 1500, der wie Prof. Kuntze weiß, eine ganze Zeit lang im jetzigen Landesamt für Denkmalschutz gestanden hat und dort auch restauriert wurde. Von dort kam er nach Wismar in die Heilig Geist -Kirche. Zurückgeholt werden sollen ebenso Teile der Empore und die Kanzel. Geklärt werden muss auch, was aus dem Kirchengestühl werden soll. Vielleicht hat noch jemand alte Fotos von Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen, auf denen das Kircheninnere zu sehen ist und die uns Informationen darüber geben, wie es früher einmal ausgesehen hat?" würde sich Friedrich Ritz über Leihgaben im Namen des Vereins freuen. Wer sich an den Verein wenden möchte, kann dies über Prof. Kuntze (Tel. 038486/20973) tun.          Roswitha Spöhr

 

Das Kirchengestühl wurde vom Dachboden geholt. Foto: Spöhr