Zaschendorf in Mecklenburg - Vorpommern

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Befall durch Holzzerstörer stoppen

Kirchensanierung in Zaschendorf wird fortgesetzt / Am 14. Mai "Kleines Fest"

Zaschendorf • Traditionell wird im Mai in der Zaschendorfer Fachwerkkirche ein "Kleines Fest" gefeiert. In diesem Jahr am 14. Mai. Das Fest ist auch eine gute Gelegenheit, um sich mit den Vereinsmitgliedern von "Fachwerkkirche Zaschendorf" e. V. über deren Engagement zu unterhalten.

Noch nicht einmal zwei Jahre alt ist der Verein "Fachwerkkirche Zaschendorf" e. V., dessen Mitgliedszahl inzwischen auf 26 angewachsen ist. Ein sehnlichster Wunsch nicht nur der Vereinsmitglieder ging im vergangenen September in Erfüllung. Wie SVZ berichtete, konnte der spätgotische Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert, der in der Heiliggeist-Kirche in Wismar zur Aufbewahrung eingelagert war, nach Zaschendorf zurückgeholt werden.

"Die Rückführung der anderen ausgelagerten Gegenstände wollen wir allerdings noch so lange zurückstellen, bis die Renovierung der Kirche beendet ist", sagt Vereinsvorsitzender Prof. Dr. Günter Kuntze. Wobei es den Vereinsmitgliedern vor allem um den weiteren Holzschutz der Deckenbalken und des Fachwerkes geht, wenn sie die nächsten Arbeiten in Angriff nehmen.

Im Auftrag der Wismarer Hochschule hatte Sachverständiger Tilo Haustein von April bis Oktober des vergangenen Jahres ein Insektenmonitoring in der Fachwerkkirche durchgeführt. D. h. an befallsverdächtigen Holzbauteilen wie Stielen, Riegeln und Streben des Fachwerkes sowie Deckenbalken wurden Papierabklebungen angebracht und mit Insektenleim beschichtete Pappen als Klebefallen ausgelegt. Nachgewiesen werden konnte auf diese Art u. a. der Gescheckte Nagekäfer, ein Holzzerstörer.

Innenwände erhalten einen Kalkanstrich

Etwa parallel zu den Holzschutzarbeiten, die natürlich erst nach dem "Kleinen Fest" beginnen, sollen auch die Innenwände behandelt werden. "Dabei wollen wir einen Anstrich verwenden, der in etwa dem ursprünglichen entspricht und wir haben uns deshalb für einen Kalkanstrich nach einem alten Rezept entschieden", so Prof. Kuntze.

Wenn dann auch diese Arbeiten abgeschlossen sind, wollen die Vereinsmitglieder das innenliegende Fachwerk mit Holzschutz und Lasur behandeln.

Beim Landesamt für Denkmalpflege gab es über die Innenausstattung der kleinen Kirche erfreulicher Weise noch viele Unterlagen. Dazu gehören auch Fotos, die aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden und die Kirche von Beginn der 50er-Jahre an dokumentieren, informiert der Vereinsvorsitzende. Damit hat der Verein jetzt auch wertvolle Hinweise darüber, wie das Gestühl einmal ausgesehen hat, denn davon ist so gut wie nichts mehr erhalten.

Von der Rückführung des Altars nach Zaschendorf hatte seinerzeit auch Dietmar Glöckner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kulturschutz e. V. mit Sitz in Warin, gelesen und sich daraufhin an Prof. Kuntze mit dem Vorschlag gewandt, sich gemeinsam um die Sicherung der Kirche zu kümmern. "Wir haben wertvolle Hinweise erhalten. Als erste Maßnahme soll jetzt die Tür im Westgiebel mit einem Gitter von innen gesichert werden", so Prof. Kuntze. Das Gitter, das schon in Arbeit ist, hat nicht nur den Vorteil, dass die Kirche im Sommer dann offen stehen und somit auch gelüftet werden kann, sondern es ermöglicht bei geöffneter Tür auch einen durchgehenden Blick auf den Altar.

Gottesdienst mit dem Singkreis Tempzin

Das "Kleine Fest" in Zaschendorf am 14. Mai beginnt um 10 Uhr mit einem musikalischen Frühlingsgottesdienst mit dem Singkreis der Pilgerherberge Tempzin unter Leitung von Magdalene Anders. Die Predigt hält Pastor Joachim Anders. Im Anschluss gibt es Essen aus der Gulaschkanone und – wer möchte – Zeit für Gespräche über die Zaschendorfer Fachwerkkirche und die Arbeit des Vereins.

Die nächste Mitgliederversammlung des Vereins "Fachwerkkirche Zaschendorf" findet am 23. Juni statt. Dann wird nach zweijährigem Wirken auch ein neuer Vorstand gewählt.

Roswitha Spöhr